Übersicht über das Gesamtprogramm der berufsorientierenden Bildungsarbeit an der Schule am Schloss(Stand: 02.04.2013)

Ein entscheidendes Bildungsziel an der „Schule am Schloss“ ist die Anbahnung der Berufswahlreife. Ab der Klasse 7 bzw. 8 wird deshalb besonderer Wert auf die Berufsorientierung sowohl in theoretischer als auch in praktischer Hinsicht gelegt. Dies gilt für beide Schulformen, wobei die praktischen Elemente im Hauptschulbereich höher sind. Eine Betriebsbesichtigung soll den Schülerinnen und Schülern der Klasse 7 bzw. 8 einen ersten Einblick in die Arbeitswelt verschaffen. Mit Beginn des 7. bzw. 8. Schuljahres erhält jede Schülerin/jeder Schüler außerdem einen sogenannten AKTIVPASS, der das Engagement im Schulalltag honorieren soll. In diesem Dokument sollen u.a.

  • Praktika
  • Berichte über Projekte der Berufsorientierung außerhalb der Schule
  • Regelmäßige Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften
  • Freiwillige Arbeitsaufgaben im Rahmen des Schulalltags
  • Ergebnisse des Assessmentverfahrens

und weitere Dinge

aufgezeigt werden. Das freiwillige Engagement wird den Schülerinnen und Schüler bei den zuständigen Personen (z.B. Lehrkräften) bescheinigt. Eine Bescheinigung gilt jedoch nur in Verbindung mit Schulstempel und Unterschrift. Der AKTIVPASS begleitet unsere Schülerinnen und Schüler bis zur Klasse 9 bzw. 10. Er dient als Dokumentation des individuellen Berufswahlprozesses und kann einer Bewerbungsmappe beifügt oder in Bewerbungsgesprächen vorlegt werden.

In Klasse 8 wird für die Hauptschülerinnen und Hauptschüler neben einer weiteren Betriebserkundung (z.B. Nordland-Papier) ein zweiwöchiges „Schnupperpraktikum“ in den verschiedenen Werkstätten der Johannesburg GmbH in Surwold durchgeführt. Dabei erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Arbeitswelt dualer Ausbildungsberufe. In diesen zwei Wochen lernen die Jugendlichen mindestens drei Berufsfelder praktisch kennen. Zudem wird mithilfe einer Potentialanalyse bzw. eines Kompetenzfeststellungsverfahrens ein Neigungs- und Stärkenprofil für jeden einzelnen erarbeitet. Eine weitere Möglichkeit, einen Beruf kennenzulernen, erhalten die 8. Hauptschulklassen beim Bildungszentrum „Arbeit und Weiterbildung (A+W)“ in Sögel. Das Konzept („KiBuZ“ = Kompetent und kreativ in Beruf und Zukunft) sieht vor, dass sich die Schülerinnen und Schüler ein Halbjahr lang einmal pro Woche in einem von ihnen gewählten Fachbereich (z.B. Metall, Holz, Farbe, Gartenbau, Gastronomie oder Büro) in der Praxis ausprobieren und ihre Talente entdecken. Da die Schule am Schloss Mitglied in der von der BBS Papenburg gesteuerten „Region des Lernens“ ist, besteht zudem die Möglichkeit für die 8. Hauptschulklassen am Praxisunterricht der BBS Papenburg teilzunehmen. Diese Maßnahme dauert in der Regel auch ein Halbjahr. Die Schülerinnen und Schüler fahren einmal in der Woche mit dem Bus nach Papenburg. Dort nehmen sie von der 1. bis zur 6.Stunde am fachpraktischen Unterricht in den Gewerken Metall, Holz, Bau und Farbe teil.

Eine gute Berufswahlvorbereitung kann nur in Zusammenarbeit von Schule, Agentur für Arbeit und Elternhaus geschehen. Deshalb gibt es auch regelmäßige Sprechstunden mit unserer Berufsberaterin Frau Fondalinski-Lakeberg in der Schule. Sie unterstützt die Schülerinnen und Schüler im Prozess der Berufsfindung dabei, eigene Interessen und Fähigkeiten realistisch einzuschätzen sowie Entscheidungs- und Handlungsstrategien zu erarbeiten und eigenverantwortliche, realitätsgerechte und sachkundige Ausbildungs- und Berufswahlentscheidungen zu treffen und umzusetzen. Dabei geht es insbesondere um das Informieren über Ausbildungsberufe, deren Zugangsvoraussetzungen und um den Ausbildungsstellenmarkt. Die Berufsberatung erweitert das Berufswahlspektrum der Jugendlichen, indem sie unter anderem Alternativen mit ihnen entwickelt, um deren Flexibiltät zu erhöhen. Frau Fondalinski-Lakeberg bietet unseren Schülerinnen und Schülern u.a. regelmäßige Schulsprechstunden, Einzelberatung (mit und ohne Eltern), Unterrichtsangebote zum Thema Berufsorientierung und Berufswahl sowie Tipps zu Bewerbungen, Vorstellungsgesprächen und Auswahlverfahren an. Die Beratungsgespräche können seit dem Schuljahr 2012/2013 im „Berufsorientierungsbüro“ der Schule stattfinden. Die Genehmigung zur Einrichtung eines solchen Büros – mit entsprechender finanzieller Zuwendung- erhielt die Schule von der Landesschulbehörde zum Ende des Schuljahres 2011/2012.

Schwerpunkt in Klasse 9 ist die konkrete Auseinandersetzung mit einem Beruf. Die 9. Haupt- und Realschulklassen absolvieren ein dreiwöchiges Blockpraktikum. Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler im Praktikum die ihnen nach Beendigung der Schulpflicht bevorstehende Berufs- und Arbeitswelt unter realistischen Bedingungen kennenlernen.

In der Regel suchen sich die Schülerinnen und Schüler mit ihrer vollständigen Bewerbungsmappe eigenständig ihren Praktikumsplatz. Wissen einzelne Schülerinnen und Schüler nicht, in welchen Betrieb sie gehen sollen, können sie sich an einer großen Info-Tafel in unserer Schule informieren. An dieser Tafel sind nahezu alle ortsansässigen Betriebe in Form eines „Steckbriefes“ verewigt. Die Sammlung soll in Zukunft noch erweitert werden. Auch die Homepage des Wirtschaftsverbandes Sögel kann bei der Suche nach einem Praktikumsplatz helfen. Die Bewerbungsmappe wird im Rahmen des Wirtschafts- sowie Deutschunterrichts erstellt. Stellen sich die Schülerinnen und Schüler nun in einem Betrieb vor, erhalten sie direkt ein Feedback auf ihre erstellte Bewerbung und wissen, was sie evtl. in Zukunft ändern bzw. verbessern müssen. Am Ende des Praktikums erhalten die Schülerinnen und Schüler von ihrem Betrieb eine Bescheinigung in Form einer Beurteilung. In dieser Beurteilung werden unter anderem Pünktlichkeit, Auftreten gegenüber Mitarbeitern sowie Qualität der geleisteten Arbeit beurteilt. Diese Beurteilung wird dann dem AKTIVPASS der „Schule am Schloss“ beigefügt.

 

Berufsorientierung an der Schule am Schloss (Folie)

Des Weiteren nehmen die 10. Haupt- und Realschulklassen zusammen mit den 9. Hauptschulklassen verpflichtend an der obligatorischen Berufsinformationsbörse (BIB) in Papenburg teil. Auf dieser Börse stellen sich Betriebe vor und die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, sich über verschiedene Berufe zu informieren. Zudem gibt es seit kurzer Zeit eine lokale Ausbildungsbörse in Sögel. Der Verein „Chance: Azubi“, der Wirtschaftsverband Sögel und die Sögeler Schulen organisieren diese Veranstaltung, auf der sich ca. 60 Ausbildungsbetriebe aus der Region den Fragen zukünftiger Auszubildender stellen. Zu dieser Veranstaltung sind alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 eingeladen.

Seit dem Schuljahr 2011/2012 ist die „Schule am Schloss“ in der glücklichen Lage, den 9.Klassen des Realschulzweiges alle Profilfächer anbieten zu können, die an einer niedersächsischen Oberschule möglich sind (Technik, Wirtschaft, Gesundheit und Soziales, Französisch). Damit leistet die Schule einen weiteren wichtigen Beitrag zur Berufsorientierung. Durch die Profilfächer besteht die Möglichkeit für die Schülerinnen und Schüler, ihre Neigungen und Talente auszutesten und Neues auszuprobieren.

Im Profilfach Wirtschaft ist der Unterricht mit der Leitung bzw. Organisation einer Schülerfirma (KIDS-SAG: Kiosk in der Schlossschule – Schüler Aktiengesellschaft) gekoppelt. Mit diesem Projekt wird simuliert, wie eine richtige Firma funktioniert. In diesem Kiosk werden Büro- und Schulartikel, T-Shirts und andere Produkte mit dem Schullogo verkauft.

Durch die zahlreichen Partner im sozialen Bereich wie dem Caritasverband, dem Hümmling-Krankenhaus oder auch dem Pflegeheim Haus Simeon kann die „Schule am Schloss“ ebenso ein attraktives Profilfach Gesundheit und Soziales anbieten.

So bestehen für die Realschülerinnen und Realschüler der Klasse 9 optimale Bedingungen, um sich auf das spätere Berufsleben vorzubereiten.

Um den Schülerinnen und Schülern die Wahl eines Profilfaches zu erleichtern, werden bereits zu Beginn der Klasse 8 eine Reihe von Maßnahmen getroffen. So durchlaufen zunächst einige Schülerinnen und Schüler die Kompetenzanalyse Profil AC. Diese Analyse wird von 3 ausgebildeten Lehrkräften unserer Schule in Eigenregie durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler werden bei diesem Verfahren systematisch beobachtet und müssen auch Selbsteinschätzungen treffen. Aus diesen gesammelten Informationen wird dann ein Kompetenzprofil entwickelt, welches die Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler aufzeigt. So ist eine gezielte individuelle Förderung möglich. Des Weiteren werden sogenannte Praxistage zu den jeweiligen Profilen durchgeführt. Dabei werden diverse Berufe in der Praxis von außerschulischen Ansprechpartnern in der Schule vorgestellt. In Form eines Stationslaufes werden die Schülerinnen und Schüler an verschiedenste Berufe herangeführt. Im Anschluss daran findet ein Informationsabend für die Eltern der 8. Realschulklassen bezüglich der Profilfachwahl statt, bevor die Schülerinnen und Schüler dann nochmal eine Berufsfindungswoche an der BBS Papenburg absolvieren und verschiedene Bereiche durchlaufen. Mit diesem Maßnahmenkatalog wird von Seiten der Schule auch versucht, die Schülerinnen und Schüler vor Fehlentscheidungen bezüglich der Wahl ihres Profilfaches zu bewahren.

In Klasse 10 findet noch einmal ein vertieftes Bewerbungstraining für beide Schulformen statt, an dem auch die Klasse 9 der Hauptschule teilnimmt (Anfertigen eines Bewerbungsanschreibens oder Lebenslaufes, Simulieren von Vorstellungsgesprächen). Dieses wird in der Regel von der AOK in Zusammenarbeit mit Herrn Kremer von Nordland Papier durchgeführt.

Für die Abschlussklassen 9 und 10 findet zudem kurz vor den Halbjahreszeugnissen ein Informationsabend der Berufsbildenden Schule Papenburg (BBS Papenburg) statt. Dazu werden Fachlehrer der BBS sowie unsere Berufsberaterin zu uns in die Schule eingeladen. Sie informieren und beraten unsere Abschlussklassen, welche Möglichkeiten der weiteren Schullaufbahn an der BBS bestehen.

Die „Schule am Schloss“ macht ihren Schülerinnen und Schülern immer wieder Angebote zur „Vertieften Berufsorientierung“. Dabei wird das Hauptaugenmerk insbesondere auf handwerklich-technische Berufsfelder gelegt. So wurden u.a. in der Zeit von Dezember 2009 bis März 2010 in Kooperation mit der ortsansässigen Metallfirma Wagener Gastronomie Engineering mit interessierten Haupt- und Realschülern zwei identische Edelstahllogos für unsere Schule angefertigt. Auf dem Logo ist die Silhouette des Schlosses Clemenswerth zu sehen sowie ein Schriftzug mit dem Namen unserer Schule. Ein Edelstahllogo hat seinen Platz über dem Eingang der Haupt-, das andere an der Außenstelle unserer Schule gefunden. Von November 2010 bis März 2011 gab es dann ein ähnliches Projekt mit der Firma Quappen aus Sögel. Dieses Mal wurden Spielgeräte und Sitzgelegenheiten aus Holz für den Schulhof gebaut. Im Schuljahr 2013/2014 wurde ein maroder Bauwagen aufbereitet, der jetzt als Spieleausleihe auf dem Pausenhof dient. Mit Unterstützung des Bildungszentrums Arbeit und Weiterbildung (A+W) konnte dieses Projekt, welches praktische Arbeiten im Metall- und Holzbereich von den beteiligten Schülerinnen und Schülern forderte, verwirklicht werden. In den kommenden Jahren soll immer wieder versucht werden, unseren Schülerinnen und Schülern in Zusammenarbeit mit weiteren Bildungsträgern attraktive Angebote zur „Vertieften Berufsorientierung“ zu machen.

In Kooperation mit der Johannesburg in Surwold nutzt unsere Schule außerdem noch die Maßnahme „Werkstattstatt Schule“. Diese Maßnahme ist für Schülerinnen und Schüler gedacht, die sich im letzten Schulbesuchsjahr befinden und entweder dem Unterricht fern bleiben oder ihn durch fortgesetzte Verhaltensauffälligkeiten massiv stören bzw. beeinträchtigen und somit in der Regel keinen Abschluss an unserer Schule erreichen werden. Diese Schülerinnen und Schüler durchlaufen statt des normalen Unterrichts an unserer Schule ein handlungsorientiertes Lernprogramm in den Werkstätten der Johannesburg in Verbindung mit theoretischen Lerneinheiten und sozialpädagogischer Begleitung.

Die oben genannten Maßnahmen sollen eine umfassende Unterstützung im Berufswahlprozess für unsere Schülerinnen und Schüler bilden. Die dargestellte Situation darf dabei auf keinen Fall als statisch angesehen werden. Die Rahmenbedingungen für Schulen, Schüler und Lehrer ändern sich stetig und die Lehrer versuchen beständig, das Angebot zur Berufsorientierung/Berufsvorbereitung auszuweiten und zu optimieren. Ferner sei angemerkt, dass nicht nur die oben angegebenen und erklärten Punkte die Berufsorientierung an der Schule am Schloss bilden. Selbstverständlich trägt auch der alltägliche Unterricht zu einem erfolgreichen Berufsorientierungsprozess bei. So wird neben den wichtigen Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen durch den Einsatz unterschiedlicher Methoden auch die soziale Kompetenz gefördert. Auf diese Wiese versuchen wir unsere Schülerinnen und Schüler auf eine Arbeitswelt vorzubereiten, in der Fähigkeiten wie Teamwork sowie Kritik- und Konfliktfähigkeit erwartet werden.